Die tief greifenden geopolitischen Veranderungen nach 1989 haben neue sicherheitspolitische Herausforderungen mit sich gebracht. Umfassendes Krisenmanagement an den Konfliktherden der Welt zahlt heute zu einer der grossten Herausforderungen, auch fur die Europaische Union. Nach der bitteren Ohnmacht wahrend der Kriege im ehemaligen Jugoslawien verfugt die EU jedoch nunmehr uber politische Konzepte und zivile sowie militarische Instrumente. Friedenseinsatze in Europa, Asien und Afrika haben ihr das Image eines regionalen und zunehmend auch globalen Krisenmanagers verschafft. In Kombination mit den Bereichen Aussenhandel, Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit verfugt die EU nunmehr uber ein Spektrum an Fahigkeiten und Instrumenten, dessen strategisches Potential das anderer kollektiver Akteure wie etwa der NATO, OSZE oder UNO in mehrfacher Hinsicht ubertrifft. Dieser Band setzt sich zum einen mit den Hintergrunden dieser besonderen Entwicklung auseinander, zeichnet deren wesentliche Etappen nach und vermittelt damit einen grundsatzlichen analytischen Einblick in die Thematik. Zum anderen befasst sich ein Autorenkollektiv im zweiten Teil mit der Diskussion ausgewahlter Kernthemen, die die aktuelle politische und wissenschaftliche Debatte um die Potenziale und mittelfristige Weiterentwicklung der EU als globaler Krisenmanager bestimmen.